Naturbaustoffe Drucken E-Mail

Strohballenbau

Ein Strohballenbau ist ein Bauwerk, für dessen Wandaufbau Strohballen eingesetzt werden. Stroh ist ein jährlich nachwachsender Rohstoff, der in unseren Breiten überall lokal vorhanden ist und der am Ende seiner Nutzung wieder in den natürlichen Kreislauf der Natur eingebracht werden kann. Der Strohballenbau erfährt in Europa derzeit eine langsam steigende Beliebtheit.

Als Stroh werden die trockenen Stängel von gedroschenem Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse) oder Faserpflanzen (Flachs, Hanf, Reis) bezeichnet, genauer der Teil zwischen Wurzelstamm und Ähre.

Zur Herstellung von Strohballen für den Hausbau eigenen sich vor allem Weizen-, Dinkel- und Roggenstroh. Gersten- und Haferstroh sind weniger stabil und deshalb weniger geeignet.

http://www.baubiologie.at

Literatur

  • Gernot Minke, Friedemann Mahlke: "Der Strohballenbau". Ökobuch Verlag,
  • Heidi Snel: "Stroh im Kopf – Ein alter Baustoff wiederentdeckt". ÖKOFILM Produktion, DVD
  • Herbert Gruber, Astrid Gruber: "Bauen mit Stroh". Ökobuch Verlag

Lehm

Lehm als Baustoff

Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Er entsteht entweder durch Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen oder durch die unsortierte Ablagerung der genannten Bestandteile. In der Baubiologie nimmt der Lehm einen hohen Stellenwert ein, da er unter anderem als Baustoff Wärme speichert und regulierend auf die Luftfeuchtigkeit wirkt.

Positive Eigenschaften

Gegenüber Zement hat Lehm einige sehr positive Eigenschaften die ihn für ökologisches Bauen interessant machen (Lit.: Lenze, Minke):

  • Lehm ist schadstofffrei und hautfreundlich
  • Zur Aufbereitung und Verarbeitung wird sehr wenig Primärenergie benötigt
  • Lehm wirkt Luftfeuchte regulierend und ist diffusionsfähig
  • Trockener Lehm wirkt antibakteriell und abweisend gegen Schädlinge
  • Lehm konserviert Holz
  • Lehm ist vollständig recycelbar
  • Lehm speichert Wärme
  • Lehm bindet Schadstoffe

So schafft Lehm ein für den Menschen angenehmes und gesundes Raumklima. Im Sommer wenn es draußen sehr heiß ist sind die Räume in einem Lehmhaus angenehm kühl. Im Winter wirkt der Lehm Luftfeuchte regulierend und schützt vor zu trockener Raumluft.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lehmbau

Literatur

  • Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke: Lehmbau Handbuch., Ökobuch Verlag
  • Klaus Schillberg & Heinz Knieriemen: Bauen und sanieren mit Lehm, AT Verlag, Aarau
  • Dipl.-Ing. Wolfgang Lenze: Fachwerkhäuser, restaurieren – sanieren - modernisieren, Frauenhofer IRB Verlag.
  • Bernhard Kolb: Beispiele Biohaus, Blok Verlag
  • Peter Pauli und Dietrich Moldan: Reduzierung hochfrequenter Materialien – Baustoffe und Abschirmmaterialien

Kalk

Kalkmörtel

Der Kalkmörtel ist als Baustoff eine Mischung aus gebranntem Kalk und Sand unter möglicher Beimischung von Zement oder Gips und wird je nach Zusammensetzung in verschiedene Mörtelgruppen (MG) eingeteilt.

Die Bezeichnung „Kalkmörtel“ bezieht sich also nicht auf einen Bestandteil des Werkstoffs, denn dieser enthält kein (bzw. kaum) Kalk (CaCO3), sondern gebrannten Kalk (CaO). Weiterhin wird als Kalkmörtel auch der zur Verarbeitung mit Wasser versetzte Werkstoff bezeichnet, der das Reaktionsprodukt aus dem gebrannten Kalk mit Wasser enthält, den gelöschten Kalk (im Handel auch als Weißkalkhydrat).

Kalkmörtel ist weniger druckfest als andere Wassermörtel (z.B. die zementgebundenen Mörtel) und eignet sich daher nur dort zum Mauern, wo keine hohe Druckfestigkeit erwartet wird. Kalkmörtel (ohne Zementzusatz) wirken jedoch gut feuchtigkeits- regulierend und können daher für Innenputze eingesetzt werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kalkmörtel

Muschelkalk

In Mitteleuropa entstanden in einem flachen Meeresbecken fossilienführende Ablagerungen, die später verfestigt und zum Muschelkalk wurden. Allerdings enthalten diese Gesteine nicht nur Muscheln, sondern auch Armfüßer (Brachiopoda). In manchen Lagen sind sie sogar häufiger als die namengebenden Muscheln. Sehr häufig sind in manchen Teile des Muschelkalks auch Reste von Stachelhäutern, die sogar einzelnen Unterabteilungen des Muschelkalks ihren Namen gaben ("Trochitenkalk" bzw. heute Trochitenkalk-Formation, nach den Trochiten = Stielglieder von Seelilien). Die Ablagerung der Sedimente des Muschelkalks fand vor etwa 243 bis 235 Millionen Jahren (jeweils mit einer Unsicherheit von etwa 2 Millionen Jahre) statt. Dies entspricht den internationalen Stufen Anis und dem Unteren Ladin der Mittleren Trias. Die Gesteine des Muschelkalks sind in der Regel durch hellgraue bis beige Farbtöne charakterisiert.

Seit dem 2.Jahrhundert werden an der Nordseeküste Seemuscheln von den Muschelbänken (...das sind Ablagerungen von Muschelschalen) geborgen. Die Muscheln wurden mit Torf gebrannt, gelöscht und als Bindemittel mit hydraulen Faktoren für die Mörtelerzeugung genutzt.

Nach dem gleichen Verfahren, allerdings mit Kohle, wird heute Muschelkalk hergestellt. Dafür wird der Muschelkalk sorgfältig aufbereitet und zusammen mit ausgesuchten Rohstoffen (ohne chemische Zusatzmittel) zu hochwertigen Sanierungs- und Restaurierungsmörteln verarbeitet.

Die nach historischem Vorbild ohne Zementzugabe hergestellten Mörtel sind einfach in der Verarbeitung, sehr elastisch durch langsames Nachhärten, wässern nicht und vertragen sich gut mit trockenem, gipshaltigen Mauerwerk.

Der abgebundene Mörtel ist spannungsarm, hat eine hohe Kalkbindung, ein gutes Wasserrückhaltevermögen und ist widerstandsfähig gegen aggressive Umwelteinflüsse.

Holz

Holzverwendung im Bauwesen

Holz ist einer der am vielseitigsten verwendbaren Rohstoffe überhaupt. Die weltweit jährlich produzierte Holzmenge übersteigt die Menge an produziertem Stahl, Aluminium und Beton deutlich. Daneben zählt Holz zu den nachhaltigen Rohstoff- bzw. Energiequellen, sofern die genutzte Menge nicht die nachgewachsene Menge übersteigt. Die leichte Bearbeitbarkeit und der damit verbundene niedrige Energiebedarf bei der Gewinnung und Verarbeitung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der ökologischen Bewertung. In Ökobilanzen schneiden Holzprodukte hervorragend ab.

Holz geringer Dichte kann in roher oder verarbeiteter Form zur thermischen Isolation (Dämmstoffe) eingesetzt werden.

http://www.lignum.ch/holz_a_z
http://de.wikipedia.org/wiki/Holz#Holz_als_Baustoff

Schafwolle

Schafwolle wird in der Industrie zunehmend als Dämmstoff verwendet. Ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften sind die Voraussetzung für den Einsatz, im Hochbau, im Bereich technische Isolierung und im Bereich Schadstoffsanierung.

Die Wolle hat eine sogenannte natürliche Thermoregulations-Eigenschaft. Wolle kann im Faserinneren Wasserdampf aufnehmen, die Oberfläche stößt Wasser jedoch ab. Sie kann bis zu 33% ihres Trockengewichtes an Wasser aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen und sie leitet Feuchtigkeit wesentlich schneller ab als z.B. die viel verwendete Baumwolle. Da Wollwaren (bezogen auf ihr Gesamtvolumen) aus bis zu 85% Luft bestehen, wärmen sie gut. Wolle nimmt Schmutz schlecht an, knittert kaum, da die Faser sehr elastisch ist, Wolle ist sehr farbbeständig und schwer entflammbar. Sie brennt nicht, sondern verkohlt nur.

http://www.swisswool.ch
http://de.wikipedia.org/wiki/Schafwolle