Lommiswil Drucken E-Mail

100px-lommiswil-blason.pngLommiswil liegt auf 564 m ü.M., 5 km westnordwestlich des Kantonshauptortes Solothurn. Das Haufendorf erstreckt sich an aussichtsreicher Lage auf einer breiten, leicht nach Süden geneigten Geländeterrasse am Jurasüdfuss, am Fuss der Hasenmatt und rund 130 m über der Ebene der Aare. Mit ca. 1450 Einwohnern gehört Lommiswil zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind ca. 96 % deutschsprachig. Dank seiner attraktiven Lage hat sich das Dorf vorwiegend zu einer Wohngemeinde entwickelt.

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen, ist aber von Solothurn und von Selzach leicht erreichbar. Der nächste Anschluss an die Autobahn A5 (Solothurn-Biel) befindet sich rund 7 km vom Ortskern entfernt. Die Eisenbahnlinie der Solothurn-Münster-Bahn von Solothurn nach Moutier hat zwei Haltestellen in Lommiswil, mit “Halt auf Verlangen“ im unteren Dorfteil die Haltestelle Lommiswil und im oberen Dorfteil Im Holz.

Lommiswil
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Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1292 unter den Namen Lomolzwile und unter Lomelswile von 1296. Der Name Lommiswil entstand sicher aus zwei, vielleicht sogar drei Teilen. Die Namensendung -wil hat seinen Ursprung im vulgärlateinisch „villare“, zu Deutsch „zur Villa gehörig“ und im Spätlateinischen bildete sich die Bedeutung „Gehöft“ heraus. Der Wiler-Ortsname weist auf das zusammenleben von Alemannen und alten romanischen Bevölkerungen unter fränkischer Herrschaft im 8./ 9.Jahrhundert hin. Auf der Namensdeutungssuche ist in verschiedenen Schriften nachzulesen, dass Kelten bereits ab 500 v. Chr. in der Gegend von Lommiswil lebten und auch während der Römerzeit viel von ihrer Eigenart und von ihrer Sprache bewahren konnten. In einem deutsch-keltischen Wörterbuch ist unter „Lommellina“: <Lo-mellum war wohl die Mahlstätte des Landstriches, von lo = klein und mael oder maol = flacher Hügel> und auch unter „Lommel“: <lu = klein und mael = Hügel> nach zu lesen. Daraus ist wohl die Deutung des Namens als „Gehöft auf flacher Anhöhe“ nicht abwegig. Zivilisatorisch waren die Keltromanen den eingewanderten Alemannen überlegen, weshalb letztere von den ersteren vieles übernahmen. Die Alemannen bauten ihre Häuser zuerst aus Holz und Stroh. Von den Romanen lernten sie dann den Steinbau und die Raumgliederung.
Aus „Lommiswil“ Geschichte eines Dorfes am Fusse der Hasenmatt von Erhard Flury

Kirche

Lommiswil besitzt zwei Kirchen. Der ursprüngliche Bau der Kirche Sankt German wurde im Frühmittelalter (ca. 930) erstellt. Nachdem sie zerstört worden war, wurde sie 1483 wiederaufgebaut und später mehrfach restauriert und verändert. Dazu eine Sage „Sant Jerme zLommiswil“ :

No vor tusig Johren isch s Dünnertal, hinger der Wyssesteichetti, wenns es paar Tag grägned hed, zumene längzogene See worde. Denn isch der sicherst Passwäg vom Münstertal is Mittelland dure Chohlgrabe über d Müüren und Schauburg uf Soledurn gange. Uf däm Wäg si jedes Johr zweumol zwee Mönch usem Chloster Granfälde derhär choo, der Abt Germann und der Brueder Randoald. Z Lommiswil isch ufeme Bödeli ne schöne, grosse Findlingsblock gläge. A däm Ussichtspunkt hei die zwee fromme Manne Halt gmacht und Znüni gnoo. Gly sysi mit de Buurelüten us der Gäged is Gspröch choo. Und will si d Chrankede und Heilmittel könnt hei, sy si ne behilflig gsi. Si heine Chrüter, Pulver, Salbine und Rotschleeg mitgee für chrakni Lüt und Huustier. Die gueti Hilf isch gleitig umegredt worde, und d Sennen us der Gäged hei allmol planged, bis die zwee Missionär uf ihrem Wäg zum Sant Ursegrab z Soledurn bim grosse Stei z Lommiswil Rast gmacht hei. Däwäg isch der Bode gebned und gachered gsi, as der Abt Germann der Soome vom Christetum hed chöne usstreue. Es isch gar nid lang gange, so hei die beede Mönch di meiste Läberbärger so planged hei uf se, nid choo. Gly hed me der Grund vernoo. Ne heidnische Graf hed e Trupp Soldate usgschickt. Die hei der Abt germann und der Brueder Randoald bim hütige rennedorf uf freiem Fäld, am heitere Tag, ermordet. Das isch es Chlagen und Briegge gsi i dene Juratäler und wyt umen im Land! Z Lommiswil hei d Christe dä Steiblock unger de Linde i Stücki verschlage. Drus hei si a der Stell, wo si alli tauft worde si, zum Adänken i ihren Apostel und Missionär, e Kappälle boued. Der Todestag vom Abt Germann und Brueder Randoald gilt z Lommiswil no hüt als Fyrtig i der Gmein. Und a der „Sant Jerme-Chilbi“ im Augste gids am Morge ne Fästgottestdienst und am Nomittag für di lustige Läberbärger Tanz und Wy und Läbechueche bis gnue.
Aus „Solothurner Sagen“ von Elisabeth Pfluger

Neben dieser alten Kirche wurde in den 60-iger Jahren die neue katholische Kirche errichtet.

Dinosaurierspuren

Im Grenzgebiet zwischen Lommiswil und Oberdorf befindet sich am Jurasüdhang ein Steinbruch mit Aussichtsplattform, von der sich ein interessanter Blick auf zahlreiche Fussabdrücke von Dinosauriern bietet. Die Fährten wurden vor rund 145 Millionen Jahren von Brachiosauriern im Sand entlang eines tropischen Flachmeers hinterlassen, das damals weite Teile Mitteleuropas bedeckte.

Bräuche

Allzu traditionsreich ist unser Dorf Lommiswil allerdings nicht, doch haben sich zwei grosse Anlässe, einerseits die Fasnacht, wie auch die Dorfchilbi, seit der Jahrhundertwende oder sogar aus noch früheren Zeiten her, ihre Existenz aufrecht erhalten. Seit 1967 die erste Fasnachtsclique gegründet wurde, nahm die Bedeutung der hiesigen Fasnacht wieder einen grösseren Stellenwert ein und so folgte bald die Gründung der Holzbirlizunft (Lommiswil heisst ja bekanntlich während der närrischen Zeit «Holzbirliwil»).

Dorfchilbi

Zu einem beliebten Dorffest hat sich die Lommiswiler-Chilbi entwickelt, welche jeweils am zweiten Wochenende des Monats August auf dem Areal des neuen Schulhauses stattfindet. Auch bei der Chilbi reichen die Erinnerungen zurück bis zur Jahrhundertwende. Das Angebot an «Rösslispielen» war damals natürlich noch nicht so gross und die «Rösslispiele» mussten zum Teil durch Pferde an getrieben werden.

Mehr Infos zur Gemeinde : www.lommiswil.ch